Schallabsorption

Wenn eine Schallwelle auf einen Gegenstand trifft, so wird ein Teil der Schallenergie reflektiert, ein Teil durchdringt den Gegenstand und ein weiterer Teil wird absorbiert, also in Wärme umgewandelt. Der Schallabsorptionskoeffizient α gibt das Verhältnis zwischen absorbierter Schallenergie und reflektierter Schallenergie an.
α 0,0 = 0 % Absorption (100 % Reflexion)
α 1,0 = 100 % Absorption (0 % Reflexion)
Die Schallabsorption ist für das akustische Wohlbefinden der Nutzer eines Raums wichtig. Erst durch die richtige Schallabsorption wird ein Raum auf die gewünschte Weise nutzbar, da einerseits der Lärmpegel kontrolliert wird, unerwünschte Effekte wie z.B. Bahnhofshallenatmosphäre vermieden werden, und die Sprachverständlichkeit erhöht wird.
Die Qualität der Schallabsorption ist von der räumlichen Gestaltung und insbesondere von den verwendeten Materialien abhängig.
Moderne Räume, in denen schallharte Materialien verwendet wurden
bzw. Materialien, die keinerlei Schall absorbieren, verursachen hohe Nachhallzeiten. Diese entstehen aufgrund wiederkehrender Schallreflexionen schallharter Oberflächen und Einrichtungsgegenstände innerhalb eines Raums. Hierdurch können folgende drei Hauptprobleme entstehen:
- Franssen Effekt – akustische Irritation:
Der Empfänger nimmt Geräusche aus allen Richtungen mit gleicher Lautstärke wahr und kann somit die Schallquelle nicht lokalisieren. Dies führt zu einer Art Orientierungslosigkeit mit negativen Auswirkungen auf die Konzentration. - Schlechte Sprachverständlichkeit:
Die Nachhallzeit ist ein wesentlicher Faktor, der die Sprachverständlichkeit beeinflusst. Kurze Nachhallzeiten verbessern die Sprachverständlichkeit. Lange Nachhallzeiten können die Sprachverständlichkeit beeinträchtigen oder bis zur Unverständlichkeit führen. - Lombard Effekt:
In einer Umgebung mit hohem Nachhall ist die Verständigung schwierig.
Während der Kommunikation mit anderen hebt man unwillkürlich seinen Sprachpegel an. Dieses führt zu einem weiter steigenden Lärmpegel und alle Beteiligten werden zunehmend lauter. Lautes Sprechen lässt wiederum die Sprachverständlichkeit sinken. Dieses Verhalten wird als Lombard Effekt bezeichnet. So zeigten Messungen in Kindertagesstätten teilweise einen Lärmpegel über 90 dB(A), welcher zu Hörschäden führen kann.

